Der Fan der kleinen „Rosinenbomber“

Wolfgang Schulz mit DC-3

Wolfgang Schulz mit Modellen des Rosinenbombers

Berlin. Wolfgang Schulz (68) wohnt in Flughafennähe, hat fast sein ganzes Berufsleben im nahen Schönefeld gearbeitet und kann immer noch nicht von den „Fliegern“ genug bekommen. 

Allerdings hat er sich in den letzten 15 Jahren auf das Sammeln von Modellen verlegt. In seinen Vitrinen ist alles zu sehen, was einst für die Interflug und den Vorgänger DDR-Lufthansa in den Himmel stieg, sogar das nie in Serie gebaute erste deutsche Düsenverkehrsflugzeug 152. Ganz besonders angetan hat es ihm aber die DC 3, eine amerikanische Maschine, die auch als „Dakota“ oder als „Rosinenbomber“ bekannt ist. Davon hat er inzwischen sechs Modelle zusammen gebaut, darunter eines in der Originalbemalung des bei einem missglückten Starts im vergangenen Jahr beschädigten Berliner Rosinenbombers. „Ich habe an dem Modell rund sechs Wochen gearbeitet, für die Sonderbemalung musste ich zahlreiche Feinheiten ausdrucken und auf Rumpf und Tragflächen kleben“, erzählt Wolfgang Schulz.

Noch lieber als die Modelle wäre ihm ja der echte Rosinenbomber, mit dem er bereits rund 20 Mal zu Nostalgieflügen abgehoben hat. Die Liebe zu der historischen Maschine hatte Dieter Kallbach geweckt, ein früherer Interflugpilot und Kollege, der bei Air Service Berlin mehrere Jahre Chefpilot für den Rosinenbomber war. „Gemeinsam waren wir zu Tagesausflügen nach Dresden und Hamburg oder zu Stadtrundflügen über Berlin unterwegs“, erinnert sich Wolfgang Schulz. „Das dass gute Stück bei einer Bruchlandung beschädigt wurde, hat uns alle sehr getroffen“, bedauert er noch immer.

Damit nicht nur seine Modelle glänzen, sondern auch der echte Rosinenbomber wieder abhebt, ist Wolfgang Schulz gleich am Anfang dem Förderverein Rosinenbomber beigetreten. Beim Tag der offenen Tür auf der Flughafenbaustelle hat er seine Modelle bereits präsentiert. Ein siebentes Modell hat er dem Schönefelder Bürgermeister auf den Schreibtisch gestellt. „Vorher habe ich in den Rumpf einen Schlitz geschnitten, damit so Spenden für den Wiederaufbau des Rosinenbombers gesammelt werden können“, berichtet Schulz.

Vorerst muss er sich mit den Modellen der DC 3 begnügen, die er schon mal in den Himmel über Bohnsdorf hält. „Ich wünsche mir, dass der Rosinenbomber zur Eröffnung von BER am 3. Juni 2012 wieder in die Luft geht und ich beim ersten Flug dabei bin“, sagt Wolfgang Schulz.

von Ralf Drescher

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